Das Tierheim Dalaman für Strassentiere unserer Region


Hunde ohne Heimat auf der Strasse

 

Wenn man den Hund in der Türkei nicht mehr will, "schmeisst man ihn weg" sagt der Türke. Wie oft ich diesen Satz schon gehört habe. Deswegen beruhigt es mich nie, wenn wir einen Platz bei tuerkischen Einheimischen finden, denn wir wissen nicht, wie lange der Hund dort bleibt . Einmal mussten wir feststellen, dass die kleine Jagdhündin einfach verschwunden war und Antworten bekamen wir keine oder nur vage. Sie wäre irgendwo da und da, vielleicht ist sie ja tot usw....

Endlich gibt es auch bei uns in der Tuerkei ein Tierschutzgesetz, das es in sich hat!!!

Tötung streunender Tiere: Türkei bestraft Täter künftig mit Gefängnis

Deutsch Türkische Nachrichten | 23.05.12, 16:18

Diejenigen, die herrenlose Tiere in der Türkei töten, werden künftig nicht mehr so leicht davon kommen. Auf Grund einer Änderung des hiesigen Tierschutz-Gesetzes kann ihnen für ihr Vergehen nun sogar eine Haftstrafe drohen. Insgesamt gibt es in Sachen Artenvielfalt in der Türkei aber noch jede Menge zu tun. 

Bitte unterstuetzen Sie unser kleines Hilfsprogramm und helfen Sie mit, Besitzer von Susies Welpen zu finden oder adoptieren Sie ein solches kleines Wuermchen und retten Sie damit einen  Hund vor so einer Zukunft!

Können Sie sich vorstellen , dass  viele Hunde von tuerkischen Besitzern  in der Tuerkei  so enden ?  Das ist die harte Realität !

 

 

Das Tierheim in Dalaman hat in der Türkei, dank seiner Tierschützerin und Gründerin Türkan Dağdelen einen sehr guten Ruf. Es gibt nirgends in der Türkei so eine gepflegte Anlage. Im Moment tummeln sich dort ca.700 Hunde und um die 150 Katzen.

 

Türkan Dağdelen spricht neben türkisch auch deutsch und englisch und setzt sich wie eine Löwin für die Strassentiere in unserer Region ein. Sie ist ein Vorbild für alle anderen Heime in der Türkei und ist auch sehr auf Spenden für die Tiere angewiesen.

 

Hier ein kleiner Einblick in das von ihr vorbildlich geführte Tierheim :

Die Webseite von Türkan Dağdelen, wenn Sie spenden wollen :  http://haydos.org/

3 x ''auf den Hund gekommen''

Wenn nur jeder Mensch auf der Welt einen einzigen Strassenhund retten könnte, gäbe es Millionen von gluecklichen Hunden wie unsere Kelebek (türkisch für Schmetterling)....

 

Bitte helfen auch Sie, wenn Sie können, es gibt keine dankbarere Kreatur als einen Strassenhund. Er wird Sie dafuer jeden Tag mit Dankbarkeit belohnen.

''Kelebek'' unsere kleine Maus, hier noch auf der Strasse in Sarigerme, bevor wir sie 2009 aufgenommen haben

Die Geschichte von Kelebek (Schmetterling) , der kleinsten Strassenhuendin von Sarigerme

 

Frueher, ca. sechs Jahre, bis 2008, auf der Strasse , wussten wir gar nicht genau, wem sie gehört. Allerhand Leute fütterten sie und erst als sie taeglich bei uns am Laden vorbei schaute, um sich ihr Futter abzuholen, war klar, sie hatte kein richtiges Zuhause.

 

Sie muss  in den regnerischen und kuehlen Winternächten sehr gefroren haben, wenn Sie keinen warmen Unterschlupf fand,  denn jetzt, wenn ihr kalt ist, braucht sie eine Decke, in die sie sich ganz fest von uns einpacken lässt, wenn die ersten kuehlen Regentage im Herbst beginnen (das ist kein Scherz, sie friert sehr schnell und liebt und geniesst ihre weichen rosa Kuschelkissen (Die Farben sind reiner Zufall, aber wir landen immer bei gebrauchten Kissenbezuegen und Decken bei der Farbe fuer kleine Mädchen....).

 

Durch meine Tochter, die , wie ich auch,  sehr tierlieb ist, bin ich angesteckt worden, im Rahmen meiner Möglichkeiten Strassenhunden zu helfen. Manchmal laufen mir die Tränen aus den Augen, wenn ich Hunde hier sehe, die nur noch Haut und Knochen sind und sich ins Gebuesch schleppen. Oder wenn Einheimische die Hunde treten oder anders misshandeln, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Auch da bin ich schon eingeschritten, gehe auf diese Menschen zu und frage sie, warum sie das tun. Wir haben auch damals schon, eine kleine Tierhaltergemeinschaft, Flugblaetter auf Türkisch verteilt, um darauf hinzuweisen, dass es Gesetze gibt, die Tierquaeler bestrafen, jedoch bei besonders resistenten alten Köpfen brachte das auch keinen Erfolg.

Wir hatten schon die damals  vier Jahre alte Deutsche Schäferhuendin, die wir im Alter von vier Monaten zu uns geholt hatten, und die sehr eifersuechtig ueber uns wachte. Man merkte richtig, dass sie Angst hatte, unsere Aufmerksamkeit teilen zu muessen, wenn andere Hunde in der Nähe waren. Allerdings geht sie selbst immer schwanzwedelnd auf andere Hunde zu, um Kontakt mit ihrer eigenen Art zu suchen. Unsere Jessy ist ein sanfter Riese auf vier Pfoten. Auch zu Menschen ist sie lieb, allerdings nur zu denen , die wir kennen oder wenn sie merkt, dass wir diese Leute mögen.

 

Der Gedanke an einen zweiten Hund kam uns erstmal ueberhaupt nicht, im Gegenteil, wir waren durch den grossen Hund sehr in unseren Aktivitäten eingeschränkt. Wir mussten Sie ueber den Sommer im Buero bei uns haben, weil wir nur an den Wochenenden nach Hause fuhren, sie blieb auch nicht gerne alleine im Haus, zerstörte alles, heulte stundenlang. Also war sie immer dabei. Was sich in tuerkischen Restaurants oder bei Besuchen als sehr schwierig herausstellte, weil Jessy dort drausen angebunden warten musste. Als Wachhund kam ihr so ihre "Herde" abhanden und sie protestierte dagegen. Solange sie an unserer Seite war, war fuer sie die Welt in Ordnung. Auf andere Hunde reagierte sie eifersuechtig. Nur eine kleine Huendin hatte es ihr seit drei Jahren angetan - Kelebek, die kleine dreifarbige Strassenhuendin, die etwas älter war als sie. Und auch Kelebek liebte unsere Jessy von Anfang an, kam schwanzwedelnd auf sie zu, wenn wir spazieren gingen. Da viele Geschäftsleute sie fuetterten, kamen wir nicht auf die Idee, dass sie keine Heimat hätte. Es gab sogar eine kleine Hundehuette am Restaurant gegenueber, in der sie ihre Babies bekam. Bis der Pächter dort auszog und der Eigentuemer selbst das Restaurant uebernahm. Danach war uns jedoch immer noch nicht so ganz bewusst, wie gefährlich dieser kleine Winzling auf den Strassen von Sarigerme lebte. 

 

So sass sie oft auf der Strasse vor unserem Buero oder rannte bellend hinter den Autos her, ganz nah am Autoreifen. Sie hatte ständig ihre aktuellen Kinder zu verteidigen und lief immer Gefahr, angefahren oder gar tot gefahren zu werden. Einheimische warfen Steine nach ihr oder schlugen sie mit einem Stock. Aber das hatten wir damals noch nicht bemerkt....

 

Es begann 2008 im Sommer, als wir die langjährige kleine Freundin unserer Schäferhuendin, die im Haus bei uns lebt, vor dem sicheren Tode retten konnten (Schlangenbiss). Sie hatte zwei Wochen vorher entbunden und ihre Welpen lagen versteckt im Gebuesch, fuer uns unzugänglich. Wir päppelten die bewusstlose kleine Jack Russel Huendin im Buero mit Spritzen, die meine tuerkische Freundin ihr gab,  wieder auf. Meine Tochter sass nachts draussen mit ihr weinend am Boden, legte ihr permanent Eis auf den Geschwollenen Hals und Kopf, bis durch die Spritzen die Schwellung nachliess. Danach kauften wir ein Halsband, damit nach aussen hin erst einmal ein Besitzer erkennbar war. Wir dachten, das schuetzt sie besser vor Angriffen der Einheimischen oder vor Hundesammlern.

 

Joe, der Sohn von Kelebek aus ihrem allerletzten Wurf vor der Sterilisation, er lebt auf einem Bauernhof in der Nähe unserer eigenen Baustelle, deshalb bekommt er auch immer Extrafutter und wird irgendwann seine Mutter wohl nicht wiedererkennen, wenn wir dort hinziehen, dachte ich damals.

Nach der Genesung von Kelebek stand fuer meine Tochter fest, die winzige und zierliche Huendin durfte nicht mehr auf die Strasse und als wir dann alle Welpen nach der Entwöhnung zusammen mit ein paar Geschäftsleuten in Sarigerme vermittelt hatten, "kidnappten" wir die kleine Kelebek (Schmetterling) und brachten Sie zum Veterinär. Denn sie war durch zwei Wuerfe pro Jahr seit ca. sechs Jahren so geschwächt, hatte einen psychischen Husten , wenn sie sich fuerchtete und wir liessen sie sterilisieren.  Der Plan war, sie wieder mit nach Sarigerme ins Buero zu nehmen, aber es war Saisonende und mein Mann, der so dagegen war, diesen Hund zu behalten, beschloss plötzlich, dass wir sie direkt nach Hause bringen, da sie dort mehr Ruhe hätte nach der Operation. Das Buero wurde fuer den Winter ab sofort geschlossen.

 

Wir mussten uns aber schweren Herzens entscheiden, Mutter Kelebek und Tochter Toffee zu trennen, da unsere Schäferhuendin sich mit der juengeren "Konkurrenz" nicht vertrug, ansonsten haetten wir beide genommen.  Zu unserer Beruhigung kuemmerten sich meine Freundin und Mr. Remos Restaurant um Futter fuer Toffee, aber sie vermisste ihre Mutter die ersten Wochen sehr. Der Winter kam, sie war immer mit Kelebek irgendwo untergeschluepft. Diesmal blieb sie allein und freundete sich mit dem "Neuen" der Strasse an, wir nannten ihn Wuschel. Ein kleiner langhaariger Hund. Wuschel wurde im letzen Winter an Silvester zum letzten Mal mit Toffee gesehen. Am nächsten Tag war er verschwunden, zusammen mit einer weiteren Strassenhuendin. Beide bellten sehr viel , deswegen vermuten wir, dass man sie einfach weggebracht hat. Toffee war wieder ganz allein . Aber nach diesem Vorfall wurde sie von den tuerkischen Besitzern vom Restaurant Mr. Remos ganz adoptiert und darf seitdem nachts in einem neuen Körbchen im Haus bleiben. Im letzen Sommer wurde Toffee selbst Mutter von vier Söhnen und einer Tochter, die alle von ihrem Herrchen weitervermittelt werden konnten. Kelebeks Nachkommen sind in Sarigerme sehr gefragt,

 

 

Toffee und Kelebek haben sich seit November 2008 nie mehr gesehen, denn Kelebek fuhr seit der 'Entfuehrung' im Auto nicht mehr mit. Sie hatte panische Angst. Auch vor dem Veterinär, der fuer die Impfungen seitdem ins Haus kommen musste....

Da unsere Huendinnen sich schon seit Jahren von Spaziergängen in Sarigerme kannten und die beiden sich sehr mochten , wagten wir es, unserer verwöhnten Schäferhuendin zuzumuten, das Futter, das Haus, die 'Hunde-Couch' ab sofort mit ihrer kleinen Freundin von der Strasse zu teilen.  Kelebek musste lernen, an der Leine zu laufen, da sie in Panikzuständen auf der Strasse in fremder Umgebung sofort weglief und das ziemlich schnell. Durch die lange Teleskopleine  und einem Bauchgeschirr fuehlt sie sich nicht behindert und wedelt jetzt freudig wenn wir sie anleinen, weil sie weiss, dass sie dann raus darf.  

Es vergingen ein paar Wochen, bis Jessy merkte, dass ihr keiner etwas wegnehmen will, sondern wir ihr Gesellschaft geschenkt hatten. Das ist das erste Foto der beiden zusammen auf der "Hundecouch" berührt uns heute noch. 

 

Ein Jahr später wurde aus der ängstlichen Kelebek ein Kuschelhund.............

und der dankbarste Hund, den ich je kannte - jeden Morgen stand sie mit einem tatsächlichen Grinsen vor meinem Bett :-) und

aus dem kleinsten Welpen Joe ist ein starker und hübscher Rüde geworden, er lebt im Bauernhof gegenüber und er zog so langsam wieder in das Haus seiner Mama ein :D Kelebek starb im August 2015 nach einem langen Leben auf der Strasse und nach 5 wunderschönen Jahren bei uns, ihr Körper war voller Metastasen und ausser dem Herzen waren alle Organe befallen. Wir merkten nichts bis sie plötzlich einen kleinen harten Bauch bekam, nach vier Wochen habe ich mich entschieden, sie nicht mehr mit einer belastenden Operation zu quaelen und sie schlief friedlich zu Hause mit einem Beruhigungsmittel ein, bevor ich sie zum Veterinaer brachte, der sie einschlaeferte. Sie war zu dem Zeitpunkt geschaetzte 14 Jahre alt, vielleicht auch aelter. Wir werden sie nie vergessen. Vor allem durch den kleine Joe nicht, der immer noch bei uns ''parttime'' wohnt, er lebt ja gegenüber am Bauernhof und ist meistens bei uns. Er hat eine Woche herzzerreissend richtiggehend geschrien, fast wie ein Mensch, als sie nicht mehr da war. Und ihre grosse, beste Freundin Jessy lag nur still da, ich habe noch nie Hunde so  offensichtlich um einen anderen Hund trauern sehen. 

 

Für uns stand danach fest, wir werden keinen Ersatzhund mehr ins Haus holen, denn Jessy ist nun auch schon 12 Jahre alt und eine neue Freundin wie Kelebek an die alte Dame zu gewöhnen, waere schwer. Doch es kommt manchmal anders als man denkt und das Leben kann man nicht planen.... 

Fotoalbum (Kelebek, Sohn Joe, unsere Schaeferhündin Jessy

Zwei beste Freunde, Kelebek und Jessy, kurz vor Kelebeks Tod.. ich werde die kleine Maus nie vergessen...

Horch, was kommt von draussen rein?? 3 Monate spaeter....

Ich brauchte, genau wie bei einem Menschen, sehr viel Zeit, um den Tod der kleinen Kelebek zu verarbeiten. Tiere sind manchmal die besseren Menschen, heisst es und ich hab viel geweint. Im Dezember 2015 schlug plötzlich Kelebeks Sohn Joe nachts im Garten an und raste wie ein Wilder im Dunkeln um unseren abgedeckten Pool herum. Und da sass auf der Poolplane oben drauf dieses schnuffelige Wesen und traute sich nicht herunter : 

Irgendwann fing es an richtig zu schütten und sie flüchtete sich unter unsere Terrassenüberdachung in die hinterste Ecke und wir brachten ihr eine Decke, Futter und Wasser. Ein Hund mit einem Knopf im Ohr, was hiess, er war bereits vom Tierheim gechipt worden, geimpft und operiert. Trotzdem rief ich in Tierheim bei Türkan Dağdelen an und fragte sie, ob ich den Hund vorbeibringen könnte. Nein, meinte sie, der kommt von mir, ich hab ihn da wieder ausgesetzt, wo ich ihn gefunden habe. ...  Komisch, dachte ich, wir leben hier in der kleinen Randwohngegend seit 6 Jahren und ich habe so einen Hund noch nie gesehen.... ich habe mich in der Trauer um Kelebek damals gestraeubt, ich wollte mich nicht wieder emotional an einen weiteren Hund binden, aber nach drei Tagen habe ich mich dann erweichen lassen, das Hundecamping auf der Terrasse wurde beendet und ein grosses Kissen für das neue Familienmitglied in den Flur gelegt .. was Schaeferhündin Jessy regungslos beaeugte, aber sie liess es zu. 

 

Wir überlegten einen Namen, aber irgendwie wollte die Hündin nicht auf diese Namen hören. 

 

Interessant ist für mich immer noch, dass dieser Hund von Anfang an DEUTSCH verstand, nur auf deutsche Kommandos reagierte. Sprach man türkisch, reagierte er nicht. Sie verstand das Wort Platz sofort und legte sich hin. Sie laeuft an der Leine als haette sie nie etwas anderes gekannt und wenn sie ohne Leine mitlaeuft, geht sie bei Fuss.

 

Und nachdem wir drei Namen für sie ''verschlissen'' hatten und sie nicht darauf reagierte, sprach ich einmal mit ihr und nannte sie Mausi so wie die anderen Hunde manchmal auch, einfach so, wie wenn man eben Schatzi sagt. 

Und was soll ich sagen, war es Zufall oder hat ihr das Wort vielleicht gefallen? Ich weiss es nicht. Oder sie hiess vielleicht wirklich Mausi. Auf diesen Namen hörte sie sofort. Naja, nicht immer, vor allem wenn sie beim Spazierengehen ohne Leine manchmal ausbüchst :D 

 

Als ich einmal nicht da war, erzaehlte mein Mann, dass sich alle drei Hunde in der Wolle hatten, eine grosse Beisserei. Dann waren die Fronten geklaert un die Rangordnung steht im Rudel. Seitdem ist im Haus wieder Frieden und alle drei mögen sich. 

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