Wissenswertes über die Türkei - kleine Türkeifibel

In welcher Zeitzone liegt die Türkei?

Seit Oktober 2016 gilt in der Türkei weiterhin die Sommerzeit. Das heisst, wer aus Deutschland hierher fliegt, stellt bei der Ankunft am türkischen Flughafen dann im Sommer die Uhr eine Stunde vor, im Winter jedoch zwei Stunden. Die Türkei bleibt 12 Monate im Jahr nun bei der Sommerzeit - wir stellen die Uhren NICHT mehr zurück. Aber auch nicht mehr vor. 

Kleine Türkeikunde für Anfaenger

 

Woher stammen die Türken? 

 

 

Die Oghusen mit ihrem Anführer Oğuz Han

 

Oguz Han

sind die gemeinsamen Vorfahren der heutigen Türken und Türkmenen  Die Oghusen lebten ca. 750 – 1055 ursprünglich am Aralsee (heute Kasachstan/Usbekistan) Sie bestanden aus zwei Konförderationen , den Bozok und den Üçok. 1055 trennte sich ein Teil der Oghusen (darunter auch der Kayıstamm von Süleyman Şah) und eroberte Persien, Aserbaidschan und danach Anatolien, dort gründeten sie in diesen Gebieten das grosse Seldschuken Reich und liessen sich im samandischen Gebiet (heute Iran) nieder. Die zurück gelassenen Oghusen blieben jedoch am Aralsee, sie sind die Vorfahren der heutigen Turkmenen

Süleyman Şah

Der Oghusen Stamm der Kayı, 

der mit einem Teil der anderen Staemme vom Aralsee abwanderte wurde von Süleyman Şah geführt. 

Süleyman Şahs Geburtsjahr (ca. 1178)  und dass er der Anführer (Bey) des Kayı Stammes war, ist bekannt . Sein Grab fand man bei Aleppo.         50 000 Menschen des Stammes liessen sich 1214 im heutigen Erzincan und Ahlat (Vansee) nieder. Einige der Kayı lebten im heutigen Diyabakır, Mardin und Urfa. Süleymans Frau hiess Hayme. 
Süleymans Stamm liess sich auf dem Weg nach Caber (bei Aleppo) mit einigen anderen Beys am Euphrat, der Überlieferung nach, mit ihren Zelten nieder. Angeblich fiel er in der naehe von Aleppo im Kampf gegen die Tutuş Armee (Tutuş = heute das türkische Corum) . Seine Söhne Sungurtekin und Gündoğdu kehrten danach in ihr Dorf zurück. 

Die frühere Überlieferung sagt, dass Süleymans Söhne Ertuğrul Bey (verheiratet mit einer Seldschuken Prinzessin namens Halime  )  und Dündar Bey  mit 400 Zelten und vielen Familien weiter nach dem heutigen Erzurum und Kars um sich dort niederzulassen. 5 von 7 Quellen überliefern, dass Süleyman Şah der Vater von Ertuğrul Bey war und somit auch der Grossvater des Gründers des Osmanischen Reiches, eine Quelle sagt, der Vater von Ertuğrul war Gökalp, der zweite sagt der Vater war Gündüz Alp. Da der erstgeborene Sohn in der Türkei immer nach dem Grossvater benannt wird, kann angenommen werden, dass Ertuğruls Vater nicht Süleyman Şah war, sondern Gündüz Alp. Ein anderer Sohn Ertuğruls , Osman Gazi, begründete das osmanische Reich.

 

In der Türkei wird Süleyman Şah immer noch als eine Art Urvater der Türken verehrt.

 

Im Syrienkrieg drohte ''Daesh'' (oder IS)  mit der Zerstörung des Grabes von Süyleyman Şah, was für die Türkei Grund gewesen wäre, in den Krieg einzugreifen. Am 23. April 2014 überquerte ein türkischer Militärkonvoi bestehend aus 300 Soldaten, sechs Panzern und mehreren gepanzerten Fahrzeugen die syrische Grenze, um das Grab zu schützen. Aufgrund des erheblichen Druckes von seiten der ''Daesh''-Miliz hat die Türkei in der Nacht zum 22. Februar 2015 eigene Soldaten damit beauftragt, das Grabmal räumen zu lassen, um die sterblichen Überreste naeher an die türkische Grenze in das Dorf Eşme innerhalb Syriens zu bringen. Seither streuen sich die Gerüchte, dass die türkische Regierung mit der IS (oder Daesh) Geschaefte macht. Es ist sicherlich so, dass diese Gerüchte nicht haltbar sind, nur weil eine Nacht-und Nebelaktio zur Evakuierung von Süleyman Şahs Gebeinen in diesem Gebiet erfolgreich durchgeführt wurde.

Ertuğrul Bey

Das türkische, staatliche Fernsehen hat über das Leben des Stammes von Süleyman Şah und seinen (angeblichen) Sohn Ertuğrul Bey eine grandiose und sehr aufwaendige Serie gedreht, leider gibt es diese bisher nur in türkischer Sprache. Jeder Teil hat eine Laenge von zwei Stunden, im Moment gibt es 61 Teile, die wöchentlich ausgestrahlt wurden und im Herbst 2016 wird die Serie fortgesetzt. Alle Teile sind in youtube zu sehen unter dem Titel Diriliş Erguğrul. Hier habe ich einen Ausschnitt mit deutschen Untertiteln gefunden.

Osman (Osman Gazi), der Sohn Ertuğruls und

Halime Sultans gründete das OSMANISCHE REICH

und war somit der erste Sultan des Osmanischen Reiches.

Das Ende des osmanischen Reiches durch den 1. Weltkrieg

Teil 2 der Doku: 

Die Gründung der Republik Türkei durch Kemal Atatürk

Dieser Film erklaert nicht nur die Gründung der Republik Türkei, sondern auch die Absicht Europas, die Türkei unter sich aufzuteilen. Diese alte Absicht von damals, erklaert bis heute, wieso die Türkei, so stark wie sie jetzt ist, Europa und den USA nicht passt.

Das Thema Armenier, welches 2016 plötzlich Thema des deutschen Bundestages wurde - meiner Meinung nach eine bodenlose Frechheit Deutschlands und man sollte sich die Wahrheit über die Armenierfrage in der Türkei in diesem Film unbedingt erst ansehen, bevor man von einem Völkermord spricht, denn so war das alles nicht. Damalige Augen-und Zeitzeugen, sowie offizielle Dokumente aus verschiedenen Archiven der Welt, sowie Armenier erzaehlen zu diesem Thema eine völlig andere Geschichte.

 

Der Film beginnt im Vorspann türkisch, ist jedoch danach komplett in deutscher Sprache.

1961

Sehr wenige wissen, dass die Türkei bereits Anfang der 60er Jahre ein eigenes Auto entwickelt hat. Dieser Film zeigt ein Stück türkische Geschichte und den Anfang und das aprupte Ende des ersten Autos der Türkei - dem Devrim.

Der Film hat deutsche Untertitel

Die 90er Jahre vor der Regierung Erdogan und heute - Sie werden staunen, wie sehr sich die Türkei zum Positiven veraendert hat :

Bericht eines armenischen Christen von 2016

Der Literat Markar Esayan unterstützt den türkischen Präsidenten. Dafür zieht der armenische Autor und gläubige Christ viel Hass auf sich

Von Markar Esayan

Ja, ein Erdoğan-feindlicher Autor bin ich nicht. Da ich viel als Journalist und Kolumnist arbeite, ist es ist in der Türkei nicht so bekannt, dass ich eigentlich ein Autor bin, dass ich einen Abschluss in Kulturwissenschaften habe. Aber ja, eigentlich bin ich Romancier.

Hätte ich mich nicht in die Politik geworfen, hätte ich nicht nur vier Romane veröffentlicht, aber sei's drum. . . Ich bin vom Sternzeichen Wassermann und den Eigenschaften dieses Sternzeichens zufolge muss es eines meiner Ziele sein, "die Welt zu retten". Aber da ich nicht auf dem Planeten Krypton geboren wurde und keine Superkräfte besitze, glaube ich, dass das politische das effektivste System ist, um Probleme zu lösen.

Es hätte aber auch anders laufen können. Hätte ich mich den Erdoğan-feindlichen Gülen-Medien zugewandt, wäre ich nun ein Held meines alten sozialen Umfelds. Weil ich aber als Literat, als Armenier, als gläubiger Christ und als ein aus einem bürgerlichen türkischen Stadtviertel stammender Autor Erdoğan unterstütze, ziehe ich viel Hass auf mich.

[Anmerkung der Redaktion: Die Bewegung von Erdoğans einstigem Weggefährten, dem islamischen Prediger Fethullah Gülen, unterhält in der Türkei unter anderem Schulen, Medienunternehmen, Krankenhäuser und Banken. Erdoğan wirft Gülen vor, ihn stürzen zu wollen. Die Gülen-Bewegung wird vom türkischen Staat mittlerweile als Terrorgruppe eingestuft.]

Meine Gegner sagen, dass ich zum Strohmann eines autoritären Führers geworden bin
Meine Gegner erklären sich meine Beweggründe auf zwei Arten: Er hat Angst, behaupten sie - vor allem, weil ich die jüngste Resolution des Bundestags zu den Vorkommnissen von 1915 kritisierte. Er ist eine Minderheit und vom Stockholm-Syndrom befallen. Deshalb versucht er, sich zu schützen, indem er sich seinem "Henker" ausliefert. Oder sie sagen: Er hat keine Angst. Er ist ein Autor, der sich verkauft und geldgierig ist. Er wurde zum Strohmann eines autoritären Führers, um als Gegenleistung Geld und Ruhm und ein Abgeordnetenamt zu bekommen, so wie bei den letzten beiden Wahlen.

Aber zurück zur Literatur. Mein erster Roman trägt den Namen "Das enge Zimmer der Gegenwart". Darin erzähle ich die Geschichte der Türkei von 1950 bis 2000 anhand der Geschichte meiner eigenen Familie. Als ich den Roman fertig geschrieben hatte, übernahm die AKP gerade die Regierung. Viele linke und liberale Autoren und Intellektuelle unterstützten Erdoğan damals mit Begeisterung. Die Beziehungen zur EU waren damals gut, weil diejenigen, die in den Medien und an den Hochschulen das Monopol dafür hatten, dem Westen die Türkei zu erklären, Erdoğan unterstützten. Auf den Titelseiten der Zeitungen wurde Erdoğan nicht wie heute mit Sultan Selim III. oder Hitler verglichen.

Unter den Autoren und Intellektuellen, die es anschließend mit der Erdoğan-Feindlichkeit übertrieben, ist Murat Belge, der Mentor meiner Masterarbeit, den ich nicht mehr grüße. Und Autoren wie etwa Hasan Cemal, Perihan Mağden und Ahmet Altan, die aber immer mehr Leser verlieren.

Jener Roman, den ich oben erwähnte, hätte ohne die Reformen der AKP nie gedruckt werden können. Mein Vater erlebte in der alten Türkei Folter, nur weil er Armenier war. Zu jenen Zeiten wurde die Türkei von Atatürks Kemalisten regiert, und obwohl wir unter Folter litten, kam von Europa bis heute keine annähernd so starke Kritik - weil jene Regierung damals mit Europa kompatibel war. Zwischen der Türkei von 2002 und der von 2016 besteht ein Unterschied wie zwischen Schwarz und Weiß.

Ich wurde 2013 direkter Zeuge der Gezi-Proteste, weil mein Haus sehr nah am Taksim-Platz liegt. Was ich bei dieser Revolution gesehen habe, war nur grobe Gewalt. Ein Zitat von Max Horkheimer kommt mir in den Sinn. Er gab es als Antwort, als er dafür kritisiert wurde, 1960 die Studentenproteste nicht zu unterstützen: "Bei all ihren Mängeln ist eine fragwürdige Demokratie immer noch besser als eine Diktatur, die heute das unvermeidbare Ende einer Revolution wäre - dies offen zu sagen, scheint mir um der Wahrheit willen notwendig zu sein."

Seit 2010 hat sich das Gesicht der Regierung, das Gesicht Erdoğans nicht verändert. Aber Erdoğan und die Gülen-Bewegung haben sich entzweit, seit in den von Gülen gesteuerten Medien sogenannte liberale und linke Autoren eingestellt wurden. Sie haben sich entzweit, weil Erdoğan die Vormundschaft dieser Clique nicht akzeptierte. Die Gülen-Bewegung wollte Institutionen wie den Geheimdienst kontrollieren und Ministerien übernehmen. Als sich herausstellte, dass Erdoğan nicht aufgeben wird, starteten sie eine Kampagne und brandmarkten ihn als Diktator.

Heute wird in Deutschland und Europa ein negatives Bild von Erdoğan konstruiert. Ich verfolge Erdoğan, seit er 1994 Oberbürgermeister von Istanbul wurde. Erdoğan ist noch so wie vor zwanzig Jahren. Er ist Veränderungen gegenüber offen und macht Politik mit dem Volk. Die Türkei ist nicht länger ein Land, das von Ferne lenkbar ist. Die Angst Europas davor, dass "die Türken kommen", könnte wieder aufkeimen. Diese arrogante Perspektive, derzufolge aus "dem Osten nichts als Dunkelheit kommt", fördert Islamophobie.

In Bezug auf die Türkei verliert der Westen das wichtigste Element der Aufklärung: Selbstkritik
Wie ich gesagt habe, Erdoğan-Feindlichkeit gehört nicht mehr in den Bereich der Politikwissenschaft, sondern in den Bereich der Psychiatrie. Gerade die Türkei ist doch, wenn man sieht, wie viele syrische Flüchtlinge sie aufgenommen hat, ein gutes Beispiel dafür, wie man mit dem Osten Frieden schließen kann und wie man den die Welt einengenden Egoismus und die Gewinnsucht zurückdrängen kann.

Ich glaube, dass Erdoğan wie ein Blitzableiter den ganzen Hass auf sich zieht, weil er den Kemalisten die Macht wegnahm und in die Hände des Volkes gab. Und auch, weil sich in ihm die Kulturkrise des Westens widerspiegelt. Die Wahrnehmung des Islam wird heute von einer Dichotomie zwischen Islamischer Staat und Gülen-Bewegung beherrscht. Erdoğan zerstört dieses Bild, indem er als ganz normaler Muslim erfolgreich ist. Das Problem des Westens ist, dass er das wichtigste Element der Aufklärung verliert: Selbstkritik. Ein Grund dafür ist die Beharrlichkeit, mit der der Westen Erdoğan missverstehen will.

Markar Esayan, 1969 in Istanbul geboren. Schriftsteller und Journalist. Trat bei den Wahlen 2015 für die AKP an und wurde als einer der ersten Armenier ins Parlament gewählt.

 

Quelle: Süddeutsche Zeitung

2016 bis heute - die historische Geschichte wiederholt sich

Ein Artikel von Özden İpek und Gökhan Kahraman in Facebook

Geschichte widerholt sich.

Dies ist eine Karikatur aus dem Jahr 1908.
Zuerst in Europa erschienen, ging diese später um die Welt.

Was ist zu sehen? Der letzte mächtige osmanische Herrscher, Abdulhamit Han, ein politisches Genie, der in seinen 33 Regierungsjahren allen Feinden mit großem Erfolg Widerstand geleistet hat.

Seine Hände gefesselt, umgeben von europäischen Königen, die Ihm den Teppich unter den Füßen wegziehen..... Die Realität sah anders aus: Er war zwar Herrscher über ein geschwächtes Imperium, dennoch gelang ihm das Kunststück, während seiner Zeit keinen Meter Heimatland zu verlieren.

Denn die Feinde waren schon damals zahlreich. Er wurde im In- und Ausland als Feind Nr. 1 deklariert. Er sei ein blutrünstiger Diktator, der alle Untertanen unterdrücke, so der weltweite Tenor. Zuletzt musste Abdulhamit Han abdanken.

Dann begann das langerarbeitete Schlachtfest am Osmanischen Reich. Es wurde gnadenlos zersplittert, aufgeteilt, stranguliert, den imperialistischen Hyänen zum Fraß vorgeworfen. Wir wurden in den engen Landesgrenzen der heutigen Türkei eingesperrt, der Nahe Osten, unsere Brüder und Schwestern, uns zum Feind gemacht und von uns isoliert.

Der Sturz von Abdulhamit Han war der Schlüssel für all das.

Jahrzehnte später sollte der große Necip Fazil Kisakürek nicht ohne Grund sagen: "Abdulhamit zu verstehen, heißt, alles zu verstehen!".

Doch alle, die Abdulhamit Han bekämpft, verraten und ihn im Stich gelassen haben, wurden später nicht glücklich.

Und nun, 100 Jahre später, wiederholt sich die Geschichte.
Mit Erdogan haben wir nach langen Jahrzehnten Simbabwe-Niveau nun endlich angefangen, uns mühsam hochzuarbeiten. Wir sind innerhalb von nur 13 Jahren vom 3-Welt Land zum immer stärker werdenden Schwellenland geworden. In 15-20 Jahren werden wir Industrieland-Niveau erreichen.

Und genau jetzt läuft wieder einmal 1zu1 das gleiche perfide Szenario, das schon Abdulhamit Han damals gestürzt hat.

Im In- und Ausland heißt es seit Jahren... Da sei ein Diktator in der Türkei am Werk, der sei brutal und ein Mörder, ein Schlächter, ein Dieb, etc pp.....
Diese Botschaften werden uns seit Jahren in die Gehirne gehämmert. So sehr, dass wir all den Quatsch, den Schmutz, die Lügen über Erdogan nicht mehr konsequent hinterfragen.

2001 war die Türkei bankrott, die Wirtschaft im Abgrund, die Menschen von Ihren damaligen politischen Führern betrogen und verraten. 26 Banken in den Ruin getrieben, die Türkei überall auf der Welt am betteln für Kredite, überall heilloses Desaster.... Selbst dann wurden die damaligen verantwortlichen Politiker nicht mit dieser Vehemenz und Boshaftigkeit angegriffen wir jetzt Erdogan.

Und das ist absolut kein Zufall.

Mit aller Macht und allen Mitteln wird weltweit versucht, den starken Anführer der Türkei zu stürzen, zu schwächen, ihn zu isolieren.

Denn unsere Feinde wissen, stürzt Erdogan, wird auch die Türkei höchstwahrscheinlich zurückkehren in den erbärmlichen Zustand von vor 14 Jahren.

Özden Ipek / Gökhan Kahraman

Die Republik Türkei 2016 in Kurzfassung

Die Türkei (amtlich Türkiye Cumhuriyeti (T.C.), deutsch Republik Türkei) ist eine demokratische Republik in Vorderasien und Südosteuropa. Der Einheitsstaat ist seit seiner Gründung im Jahr 1923 laizistisch und kemalistisch geprägt; er wurde nach dem Ersten Weltkrieg der Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches. Der Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk leitete eine Modernisierung der Türkei durch gesellschaftliche und rechtliche Reformen nach dem Vorbild verschiedener europäischer Nationalstaaten ein. Der Index für menschliche Entwicklung zählt die Türkei zu den hoch entwickelten Staaten.

Amtssprache: 

Türkisch

Hauptstadt: 

Ankara

Staatsform:

parlamentarische Republik

Regierungssystem:

parlamentarische Demokratie

 

Gründer der Republik: Mustafa Kemal Atatürk

 

Mustafa Kemal Atatürk

Mustafa Kemal, seit 1934 mit dem Namenszusatz bzw. dem Nachnamen Atatürk (osmanisch ‏مصطفى كمال پاشا‎ Muṣṭafâ Kemâl Paşa; * 1881 in Selânik, heute Thessaloniki; † 10. November 1938 in Istanbul), war der Begründer der Republik Türkei und von 1923 bis 1938 erster Präsident der nach dem Ersten Weltkrieg aus dem Osmanischen Reich hervorgegangenen modernen Republik.

Seine Verdienste als Offizier bei der Verteidigung der Halbinsel Gallipoli 1915 gegen alliierte Truppen, welche die Dardanellen unter ihre Kontrolle bringen wollten, und ab 1921 der Abwehrkampf gegen die nach Anatolien vorgedrungenen Griechen haben ihn zur Symbolfigur türkischen Selbstbehauptungswillens und Nationalbewusstseins werden lassen. Als Machtpolitiker, der die Modernisierung seines Landes nach westlichem Vorbild beharrlich vorantrieb, hat er mit der Abschaffung von Sultanat und Kalifat sowie mit weitreichenden gesellschaftlichen Reformen einen in dieser Form einmaligen Staatstypus geschaffen. Darauf beruhen – trotz teilweiser Kontroversen über sein Wirken – die personenkultartige Verehrung, die ihm in der Türkei bis heute entgegengebracht wird, und die Unangefochtenheit des ihm 1934 vom türkischen Parlament verliehenen Nachnamens Atatürk (Vater der Türken).

Kemalismus: 

Der Kemalismus (türkisch Kemalizm; seltener Atatürkismus, türkisch Atatürkçülük) ist die Gründungsideologie der 1923 ausgerufenen Republik Türkei.

Diese ist nach Mustafa Kemal Atatürk benannt und wird durch die so genannten sechs Pfeile (Altı Ok) symbolisiert, die für Republikanismus im Sinne von Volkssouveränität, Laizismus, d. h. Trennung von Staat und Religion, Populismus als Ausdruck einer auf die Interessen des Volkes, nicht einer Klasse gerichteten Politik, Revolutionismus im Sinne einer stetigen Fortführung von Reformen, Nationalismus als Wendung gegen ein multiethnisches und religiöses Staatskonzept osmanischen Zuschnitts und Etatismus mit partieller staatlicher Wirtschaftslenkung stehen.


 

Die drei grössten politischen Parteien der Türkei 2016:

 

 AKP  / (konservativ-religiös) Vorsitzender:  Binali Yıldırım


 CHP / (kemalistisch) Vorsitzender : Kemal Kılıçdaroğlu


 MHP (rechts)  Vorsitzender:Devlet Bahçeli


 

Staatsopberhaupt: 

Staatspraesident Recep Tayyip Erdogan

Regierungschef: 

Ministerpraesident Binali Yildirim

Flaeche : 

783.562 Km2

Einwohnerzahl : 

79.414.269 (Stand Juli 2015)

Bevölkerungsdichte: 

98 Einwohner pro Km2

Bruttoinlandsprodukt 2014 : 

Total (nominal)  851,4 Milliarden USD

Total (KKP) 1.737,6 Milliarden USD

BIP/Einw. (nominal) 11.011 USD

BIP/Einw. (KKP) 22.472 USD 

Human Development Index:

0,759 (steigend)

Waehrung: 

Türkische Lira  / Zeichen:₺

Gründung:

29.Oktober 1923

Nationalhymne:

İstiklal Marşı

Nationalfeiertag 

29. Oktober (Feiertag der Republik)

Zeitzone:

UTC + 2

UTC + 3  (Maerz bis Oktober)

Kfz Kennzeichen: 

TR

ISO 3166 

TR, TUR, 792

Internet-TLD: 

.tr

Telefonlandesvorwahl: 

+90

Religion: 

Moderner Islam

 

Lage

Die Türkei erstreckt sich geographisch über zwei Kontinente. Anatolien, der asiatische Teil des türkischen Staatsgebiets, nimmt etwa 97 % der Fläche ein (790.955 km²). Den europäischen Teil bildet das östliche Thrakien (Ostthrakien), er umfasst etwa 3 % der Landesfläche (23.623 km²).

Mit einer Küstenlinie von etwa 7.200 km liegt die Türkei im Westen am Ägäischen Meer, im Süden am Mittelmeer und im Norden am Schwarzen Meer. Die Landgrenze zu den acht Nachbarländern hat eine Gesamtlänge von 2.648 km. Im Nordwesten grenzt die Türkei an Griechenland (206 km Grenze) und Bulgarien (240 km), im Nordosten an Georgien (252 km), Armenien (268 km), Aserbaidschan (Exklave und autonome Republik Nachitschewan, 9 km), im Osten an den Iran (499 km) und im Süden an den Irak (352 km) und Syrien (822 km). Die politisch geteilte Insel Zypern mit der Republik Zypern und der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern befindet sich nicht weit von der Südküste entfernt. Ebenso sind die griechischen Inseln Chios, Kos und Rhodos nicht weit vom türkischen Festland entfernt. Das verlegte Grab Suleiman Schahs (vorher am Qalʿat Dschaʿbar) in der Nähe der syrischen Stadt Sarrin ist eine offizielle Exklave und wird als Hoheitsgebiet durch türkische Soldaten bewacht.


 

Geologie

Die Türkei liegt größtenteils auf der Anatolischen Platte, die im Norden und Osten an die Eurasische Platte, im Süden an die Arabische Platte und im Südwesten an die Afrikanische Platte grenzt. Durch die Nordanatolische Verwerfung, eine Transformstörung, gehört vor allem der Norden der Türkei zu den am stärksten erdbebengefährdeten Regionen der Erde und wurde in den letzten Jahren immer wieder von Erdbeben erschüttert. Da eine gewisse chronologische Ost-West-Abfolge der Erdbeben in der Nordtürkei festzustellen ist, gehen Experten davon aus, dass in absehbarer Zeit auch İstanbul von einem großen Beben erschüttert werden wird. Die letzten großen Beben in der Provinz Kocaeli, wie das Erdbeben von Gölcük, waren weniger als 100 km von İstanbul entfernt.


 

Landschaftsbild

1. Marmararegion, 2. Zentralanatolien, 3. Ägäisregion, 4. Mittelmeerregion, 5. Schwarzmeerregion, 6. Südostanatolien, 7. Ostanatolien
Die Türkei wird geographisch in sieben Gebiete oder Regionen unterteilt: Marmararegion, Ägäisregion, Schwarzmeerregion, Zentralanatolien, Mittelmeerregion, Ost- und Südostanatolien. Diese Regionen unterscheiden sich stark bezüglich Vegetation und Wetterbedingungen.


 

Quelle: https://de.wikipedia.orghttps://de.wikipedia.org

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